Sarah Czerney, Lena Eckert und Silke Martin (Hg.)

DIY, Subkulturen und Feminismen

Gebastelt wird zu allen Zeiten und überall. Untergrundorganisationen drucken heimlich Flugblätter auf umgebauten Waschmaschinen, Hobbybastler*innen verbringen Stunden im Keller oder Schuppen, Tüftler*innen hoffen auf den Durchbruch ihrer Erfindungen, Techniker*innen ergänzen ihre Labormaschinen mit Alltagsgegenständen oder brikolieren mit anderen Instrumenten,  Wissenschaftler*innen suchen auf Barcamps nach alternativen Formen des Wissensaustauschs. So verschieden Praktiken des Selbermachens sind, positionieren sie sich oftmals als Gegenpol offizieller Diskurse. Sie können jedoch auch politisch vereinnahmt und Teil der Mainstreamkultur werden. Das subversive Potential des Selbermachens zu befragen, im Sinne des Do it yourself (DIY) innerhalb feministischer Subkulturen, ist Anliegen dieses Buches. Dazu nimmt der Sammelband verschiedenste gegenwärtige und vergangene Formen des Selbermachens in den Fokus und fragt nach ihren Praktiken und dem dadurch produzierten Wissen sowie nach den gesellschaftlichen und intellektuellen Funktionen des feministisch und subkulturell motivierten DIY. Die Beiträge von Wissenschaftler*innen aus diversen akademischen Disziplinen und aktivistischen Hintergründen überschreiten dabei bewusst Grenzen zwischen Disziplinen, geografischen und zeitlichen Räumen.


Heidrun Kallies, Farrin Rezai

“Lasst uns die Welt erfinden!”

Migration und Interkulturalität in Systemischer Beratung

Die Systemische Beratung und Therapie arbeitet mit der Einbeziehung sozialer Strukturen und Interdependenzen im jeweils zu betrachtenden Kontext. Fragen, die das systemische Mitgliedskonzept betreffen, wie zum Beispiel: „Wer gehört dazu?“ oder „Wie sind die Grenzen des Machbaren organisiert?“ kommen genauso zum Zug wie die Fragen, die die Struktur und Machtverhältnisse der Mitglieder solcher Systeme betreffen. Die interkulturelle Sichtweise ist aus der Sicht der beiden Autorinnen und des PPSB-Hamburg unerlässlich in einer Zeit, in der weltweite Fluchtbewegungen expandieren. Die Menschen sind auf der Suche nach Lebensräumen. Sie setzen sich in Bewegung, tragen ihre kulturellen Ideen in sich und begegnen anderen. Die Systemische Beratung kann helfen, die Gemeinsam-keiten von Menschen unterschiedlicher Herkunft herauszuarbeiten und bestehende Unterschiede als Bereicherung zu vermitteln.

Farrin Rezai, mit der interkulturellen Perspektive und Erfahrung einer Geflüchteten, und Heidrun Kallies, mit dem Blick einer interkulturell Begegnenden und Hilfeanbieterin, zeigen uns, wie Begegnung in einer herausfordernden Welt möglich werden kann und wie dies ganz praktisch umsetzbare Lösungen sowie künftige Utopien produzieren kann.